Schon vor rund hundert Jahren hat sich Volleyball als Sportart auf dem Basketballspiel basierend entwickelt. Volleyball ist eine Sportart, bei der zwei Mannschaften gegeneinander antreten und durch beidhändiges Rückschlagspiel Punkte für das eigene Team erzielen wollen. Lange Jahre fristete das Volleyballspiel ein eher tristes Schattenleben. In den letzten Jahren hingegen ist das Ballspiel allerdings zu einem echten Sommerhit mutiert. Während in der Halle kontinuierlich über das gesamte Jahr gespielt wird, ist im Sommer der Strand – genau genommen der Sandstrand – das Spielfeld für das Ballspiel, das sich als Beachvolleyball Bekanntheit geschaffen hat.
Selbst mitten in Städten werden im Sommer inzwischen Spielfelder für Beachvolleyball geschaffen. Tonnenweise wird Sand angekarrt, um Strandatmosphäre für das Beachvolleyball Training zu schaffen.
Seit 1996 ist Beachvolleyball übrigens nun auch offizielle olympische Disziplin – sozusagen Baggern am Strand als olympische Sportart mit Aussicht auf Medaille. Welchem Mann gefällt das nicht?
Während beim Volleyball zwei Mannschaften mit jeweils sechs Spielern gegeneinander antreten, ist die Konstellation beim Beachvolleyball im privaten Bereich eher locker. Turniere sehen jeweils zwei Mannschaften mit wiederum zwei Spielern vor, im Privatbereich geht es allerdings auch anders. Die lockeren Regeln, die von den Privatspielern selbst festgelegt werden, sowie die variable Zusammenstellung der Mannschaften hinsichtlich der Spieleranzahl macht dieses Spiel zwanglos. So findet Beachvolleyball besonders an Urlaubsstränden großen Anklang. Punkte, Fehler, Mitspieleranzahl und die Festlegung, wann der Ball als out bewertet sind, werden festgelegt. Danach kann der Strandspaß beginnen.
Weniger flexibel als die Spielregeln ist dann die Art, den Ball richtig zu schlagen. Ein 18 x 9 Meter großes Feld, in dessen Mitte sich ein 2,20 bis zu 2,40 hohes Netz befindet, teil das Spielfeld in zwei Bereiche. Beim Beachvolleyball wird versucht, den Ball so über das Netz zu schlagen, dass die gegnerische Mannschaft mit mehr in der Lage ist, den Spielregeln entsprechend zurückzuschlagen. In Anlehnung an die so genannte Muttersportart – Volleyball – wird beim Beachvolleyball mit dem so genannten Aufgabeschlag der Ball ins Spiel – genau in die gegnerische Hälfte – gebracht. Dreimal darf der Ball nun in der eigenen Hälfte, davon nur zweimal vom gleichen Spieler, berührt werden. Dann muss er wieder in die gegnerische Hälfte gebracht werden. Jeder Körperteil kann den Ball spielen – Fangen und Bodenberührung sind jedoch verboten.
Das Baggern ist beim Beachvolleyball – anders als im gängigen Sprachgebrauch – eine Schlagtechnik. Die Arme werden vor dem Körper ausgestreckt – Handflächen nach oben. Mit den Unterarmen wird in dieser Haltung der Ball geschlagen. Auch leichtes Pritschen – als Berühren mit den Fingerspitzen – ist eine akzeptierte Schlagtechnik. Ein kraftvoller Handschlag sollte den Ball nach drei Ballberührungen dann im Idealfall ins gegnerische Feld befördern.
Das Beachvolleyball Training ist eine echte Ausdauersportart. Die Koordination des Körpers wird hierbei gefördert und auch die Arm- und Beinmuskulatur bekommt ausreichende Trainingseinheiten mit. Durch den weichen Sandboden, auf dem gespielt wird, ist das Verletzungsrisiko recht gering. Wer nicht trainiert ist und beim Beachvolleyball einsteigen möchte, sieht sich aber zunächst noch vor einer ganz anderen Aufgabe als den Schlagtechniken. Im relativ instabilen Sanduntergrund das Gleichgewicht zu halten ist Ziel, das einige Übung erfordert.
Die Schlagtechniken sollten einige Male geübt werden, bevor es dann auf das Beachvolleyball-Feld geht. Im Eifer des Spieles kann falsch ausgeführtes Baggern und Pritschen nämlich zu Verletzungen an den Händen und Fingern führen. Spätestens wenn der Ball in einem nicht ganz optimalen Winkel angeflogen kommt, können speziell die Gelenke der Hände leiden.
Zwei wichtige Regeln sollten vor dem Betreten des Beachvolleyballfeldes noch beherzigt werden. Zum einen ist die Sonne nie heiß genug, um die Muskeln aufzuwärmen. Wer sich aus dem Liegestuhl aufrappelt, sollte seinen Muskeln wenigstens drei Minuten Marschieren auf der Stelle geben, um sich für das Spiel aufzuwärmen. Eine Kopfbedeckung – bestenfalls eine Schirmkappe – ist die zweite wichtige Vorkehrung. Im Spieleifer kann zuviel Sonne nämlich zu Überhitzung – schlimmstenfalls zum Sonnenstich – führen und auch die Augen werden mit Cap gleich abgeschirmt.