Die Geschichte des Carnitin oder Vitamin BT

Von den Anfängen und der Entdeckung des Carnitin, bis zu seiner kommerziellen Nutzung als finanziell erschwingliche Nahrungsergänzung für Jedermann, verging eine lange Zeit. Die russischen Wissenschaftler Gurewitsch und Krimberg entdeckten diesen Stoff fast zeitlich mit dem deutschen Wissenschaftler Kutscher im Jahr 1905.

Aufmerksamkeit erlangte dieser Stoff am Anfang als ein Bestandteil des Fleisches, der mit großem und teurem Aufwand gewonnen wurde. Das Carnitin und seine positiven Wirkungen blieben der Bevölkerung noch verschlossen. Es handelte sich um einen Muskelextrakt, der mit Kaliumwismutjodidlösung und mit Tanninlösung ausgefällt und erstmals von den genannten Wissenschaftlern isoliert werden konnte. Diese Lösung erhielt dann einfach gemäß ihrer Herkunft den Namen Carnitin, abgeleitet eben vom lateinischen Wort “Carnin”, also Fleisch.

Der deutsche Chemiker Justus von Liebig entwickelte Carnitin weiter, um Fleisch zu konzentrieren und dessen Haltbarkeit zu verlängern. Der pastenartige, fettfreie und leimfreie, Extrakt aus Rindfleisch erfreute sich sehr großer Beliebtheit. Der Fleischextrakt konnte dank seiner Haltbarkeit über längere Strecken transportiert werden und eine breite Schicht der Bevölkerung mit notwendiger Energie aus dem Fleisch versorgen. Die Verderblichkeit des Fleisches war endlich kein Grund mehr, dieses wertvolle Nahrungsmittel nicht transportieren zu können.

In dieser Zeit gelangte die Kraftbrühe dann auch zu ihrem Image, da sie eben älteren und kranken Menschen zur Kräftigung diente. Bereits zu dieser Zeit der ersten Nutzung des Carnitin gab es schon Vermutungen, dass dieser Stoff eine große Bedeutung für die Muskulatur haben könnte. Die tatsächliche Wirkung des Carnitin war jedoch noch längst noch nicht erkannt.

Anfang der 30er Jahre dann leisteten die Wissenschaftler Fraenklin und Strack Pionierarbeit bei der weiteren Erforschung des Carnitin. Professor Stracks Glaube an die Wirksamkeit, kombiniert mit seiner kontinuierlichen Erforschung dieses Stoffes wurde endlich mit wissenschaftlichen Erfolgen belohnt. Ihm gelang es als erstem Forscher, das Carnitin – dessen chemische Struktur als 3-Hydroxy-4-N-Trimethyl-Aminobuttersäure geklärt wurde – endlich auch kostengünstig synthetisch herzustellen.

Insgesamt erforschte Prof. Strack das Carnitin und seine Wirkung auf den menschlichen Körper mehr als 40 Jahre lang. Resultierend aus diesen Forschungen veröffentlichte er 200 wissenschaftliche Arbeiten zu diesem umfassenden Thema und konnte dank der Ergebnisse seiner Forschungsarbeit auch zahlreiche Patente anmelden.

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Bis in die 70er Jahre hinein wurde Carnitin auch als Vitamin BT bekannt und bezeichnet. Dann wurde erkannt, dass der menschliche Körper diesen Stoff selbst produzieren kann. Gemäß der Vitamindefinition aus dem Jahr 1905 galt Carnitin dadurch nicht mehr als echtes Vitamin, weil das Wort Vitamin nur für vom menschlichen Körper nicht selbst produzierte Stoffe Verwendung fand. Inzwischen ist bekannt, dass der Körper sehr wohl einige Vitamine, zum Beispiel D, K und B3 in geringer Menge oder vollständig selbst herstellen kann. Carnitin wird heute in der Wissenschaft auch als “vitaminähnlich” bezeichnet.

In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde es nach jahrzehntelangen Tests und Forschungen möglich, Carnitin unabhängig vom Rohstoff Fleisch kostengünstig in Serienreife zu produzieren und somit der breiten Bevölkerung als Nahrungsergänzung anbieten zu können. Bis heute findet Carnitin bereits in über 17.000 wissenschaftlichen Studien und Forschungsergebnissen Erwähnung, die jährlich durch einige hundert weitere Arbeiten ergänzt werden.

 
 Autor: Sporty Girl |
 Themenbereich: Ernährung

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