Beim Feigenkaktus (Opuntia ficus indica), der oft auch Nopal Kaktus oder auch einfach nur Nopal genannt wird, handelt es sich um eine Kaktusart, die aus den trockenen und halbtrockenen Gebieten Mexikos stammt. In Mexiko wurde der Feigenkaktus bereits vor Jahrtausenden angebaut und galt bei den Azteken als heilig. Er wird bis zu 7 Meter hoch und kann dabei ein Alter von bis zu 50 Jahren erreichen.
Meist ist der Nopal Kaktus aber als Strauch mit einer Höhe von ca. 1 bis 1,5 Metern anzutreffen. Seine Blätter und Stielansätze tragen Stacheln. Er besteht bis zu 90 Prozent aus Wasser, benötigt viel Licht und Sonne und fühlt sich bei einer Temperatur von 30 bis 40 Grad Celsius am wohlsten. Eigentlich wächst der Nopal wild, in Tälern ebenso wie auf Berghängen bis in einer Höhe von 2.600 Metern. Er wird aber seit einigen Jahren – bedingt durch die starke internationale Nachfrage – auch unter strenger Kontrolle kultiviert.
Im Frühjahr, zur Blütezeit, zeigt sich der Feigenkaktus mit seinen gelben bis orangen Blüten besonders farbenfroh. Seine essbaren Früchte, die Kaktusfeigen, die meist oval bis kugelförmig, dunkelrot und stachelig sind, zeichnen sich durch einen intensiven melonenartigen süß-säuerlichen Geschmack aus. Kaktusfeigen haben einen hohen Gehalt an Betakarotin und sind aufgrund der vielen kleinen Samen sehr ballaststoffreich. Die Blätter des Feigenkaktus sind rasch wachsend und nach wenigen Tagen bereits zum Verzehr geeignet.
Der Feigenkaktus selbst ist laut Prof. Hademark Bankhofer “reich an Eisen, Kalzium, Kalium, Magnesium, Mangan, Silizium, Aluminium, weiters an Aminosäuren, den Vitaminen A, B1, B2, B3 und C, aber auch an Harzen, Taninnen und Karotinen. Er verfügt über einen außerordentlich hohen Anteil an Pektin.” (Bankhofer/Dolinschek/Reinisch, “Die heilenden Kräfte des Nopal-Kaktus”, Kneipp Verlag, ISBN 3-902191-01-5, S.11).
Pektine gruppieren sich zu den löslichen Ballaststoffen. Sie sind in pflanzlichen Zellwänden enthalten, bilden Gele und haben die Fähigkeit, Wasser und organische Substanzen, wie z.B. Gallensäuren und Glukose zu binden.
In Mexiko werden die jungen, weichen Blätter – Schösslinge – der Nopal Pflanze nicht nur als Gemüse hoch geschätzt. Die Nopalitos, wie die Mexikaner diese Schösslinge nennen, sind in diesem Stadium reich an Inhaltsstoffen. Erst werden die Stacheln entfernt, dann werden die Nopalitos getrocknet, in kleine Stücke gehackt und gekocht.
Der im Nopal Kaktus auch enthaltene Pflanzenschleim wird als Muzilago bezeichnet. Pflanzenschleime bzw. Schleimstoffe oder Mucilagines sind Ballaststoffe. Lösliche Ballaststoffe, wozu die Schleimstoffe gehören, wirken vor allem auf den Stoffwechsel. Sie besitzen ein hohes Wasserbindungsvermögen und weisen die Fähigkeit auf, Gallensäuren im Darm zu binden.