Kinder im Fitness Studio – ab wann ist das sinnvoll?

Seit Jahren beobachten Mediziner in der westlichen Welt, dass das Durchschnittsalter der Bevölkerung bedenklich zunimmt; in den USA wird Übergewicht – Adipositas – bereits als Volks-Krankheit Nr. 1 diagnostiziert. Dies führt zu Milliardensummen an jährlichen Schäden (medizinische Behandlung, Arbeitsausfälle, Frühpensionierung). Und vor allem: Das Selbstwertgefühl und die Lebensfreude der Übergewichtigen leiden erheblich. Dieses Phänomen beschränkt sich leider nicht nur auf Erwachsene. Auch Kinder sind immer häufiger übergewichtig.

Zu dicke Kinder werden oft zu Außenseitern, auch beginnt bei dicken Mädchen die Pubertät häufig früher, was wiederum zu Einsamkeit und einem verschobenen Selbstbild führen kann – aber auch zu Versuchen, auf andere Weise populär zu werden oder Anschluss zu finden. Diese Methoden sind nicht selten Rauchen, Alkohol und anderes, vor dem jeder Mensch seine Kinder unbedingt bewahren möchte.

Neben einer falschen, gedankenlosen Ernährung ist Bewegungsmangel eine Hauptursache dafür, dass schon kleinere Kinder übergewichtig oder gar fettleibig werden. Zu viel Fernsehen und Computerspiele, zu wenig Wege, die zu Fuß oder mit dem Rad bewältigt werden. Doch andererseits nimmt auch das Körperbewusstsein weiter Bevölkerungskreise zu. Bei Kindern und Jugendlichen kann dies zu einem gestörten Selbstbild beitragen und dazu führen, dass sie praktisch dauernd Diät halten und zusätzlich trainieren, um sich einen Idealkörper zu erkämpfen.

Doch: sollten Kinder schon ins Fitness Studio? Kann ein Heranwachsener mehrmals wöchentlich an Kraftgeräten trainieren? Ist es ratsam, dass Kinder ihr Leben bereits nach Kalorientabellen und Trainingsplänen ausrichten? All dies muss mit Vorsicht und Ruhe bedacht werden; ist den Eltern – denn diese sind es, die eine Entscheidung für eine Sportart ihres Kindes unbedingt beobachten und mittragen sollen – unwohl bei einem Plan ihres Sprösslings, sollte Expertenrat eingeholt werden.

Es gilt, ein gesundes Mittelmaß zu finden. Hierbei ist es notwendig, dass Elternhaus, Schule und Sportverein bzw. Fitness Studio zusammenarbeiten und Kinder nicht beispielsweise willkürlich an Geräten trainieren, die für sie noch gar nicht geeignet sind. Auch sollten außerschulische sportliche Aktivitäten nur einen Teil der Freizeit des Kindes ausmachen. Unverplante Zeit ist in jedem Alter wichtig. Anatomie und Leistungsspektrum von Kindern unterscheiden sich nicht unwesentlich von denen der Erwachsenen, und nicht alles, was Kinder ausprobieren wollen (bestimmte Kampfsportarten, manche Geräte zum Krafttraining), wäre auch gut für sie. Eltern sollten lenkend eingreifen und lieber noch eine zweite oder dritte Meinung einholen.

Sieht sich die Schule jedoch außer Stande, für genügend Bewegung der Kinder im Sportunterricht zu sorgen, ist es für die Eltern nahe liegend, ihre Kinder in dem Fitness Studio anzumelden, in dem sie selbst auch trainieren oder Kurse besuchen. Und so kommt es, dass man die Frau Mama im Pilates Kurs, den Herrn Papa beim Gewichte stemmen und die lieben Kinder beim Aerobic-Kurs antrifft. Dabei sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass diese Einrichtungen über Personal verfügen, die Kinder nicht wie kleine Erwachsene behandeln, sonder die für Kinder sportmedizinisch geschultes Personal haben und spezielle Kurse für Kinder anbieten.

Für Kinder bis zum frühen Grundschulalter von etwa acht Jahren sind Sportarten, die natürliche Bewegungsabläufe nachvollziehen, wie sie auch beim Spielen, Klettern oder Toben vorkommen, die am geeignetsten. Größere Kinder sind auch über die Leistung zu motivieren, sei es nun die Verbesserung der eigenen Kondition oder im Wettbewerb mit anderen. Hierzu zählen selbstverständlich auch Mannschaftssportarten. Etwa ab dem 14. Lebensjahr ist ein regelmäßiges sportliches Training ratsam, wobei auch hier die Freude an der Bewegung vor dem Erreichen einer bestimmten Leistung stehen sollte.

Ein gutes Körperbewusstsein und Körpergefühl sind ebenso erreichbare Resultate wie eine gute Kondition, Beweglichkeit, Körperbeherrschung und Ausgeglichenheit – und dies wiederum sind die besten Voraussetzungen dafür, dass aus einem gesunden, sportlich aktiven Kind ein bewegungsfreudiger, aktiver Erwachsener wird, für den die sportliche Betätigung eine Selbstverständlichkeit ist.

 
1.02.2010 |
 Autor: Sporty Girl |
 Themenbereich: Fitnesstraining

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4 Reaktionen zu “Kinder im Fitness Studio – ab wann ist das sinnvoll?”
  1.  Erbeere am 1. Februar 2010:

    Nein, ich würde sagen, Kinder sollten nicht ins Fitness Studio? Es liegt an den Eltern ihre Kinder ordentlich zu erziehen. Dazu gehört neben der gesunden Ernährung auch ein gesundes Maß an Bewegung. Leider für viele heute zu viel verlangt. Da muss schon Mal das Fertigfutter herhalten, oder aber die Runde mit dem Hund muss zum Bewegungsmangel ausreichen. Arme Kinder!

    Lieben Gruß
    Erdbeere

  2.  Sporty Girl am 2. Februar 2010:

    @Erdbeere: Es geht wohl kaum darum Kinder anstatt der natürlichen Bewegungsabläufe einfach ins Fitnessstudio abzuschieben. Das wäre mit Sicherheit der falsche Ansatz. Wenn aber ein Kind zusammen mit Mammi und Pappi im Studio trainieren möchte, warum nicht? So lange es Kindgerecht ist, ist dagegen nichts einzuwenden. Und man darf auch nicht vergessen, dass es in einigen Kreisen einfach auch “angesagt” ist, im Studio zu trainieren.
    Natürlich sollte die normale Bewegung von Kindern aber nicht einfach vernachlässigt werden, was sie wohl leider oft doch auch wird :-(

  3.  Tobias am 8. Februar 2010:

    Für Kinder und Jugendliche ist ein Krafttraining oft sehr sinnvoll. Jedoch muss darauf geachtet werden, das nur mit BWE Übungen gearbeitet wird. Da der Körper noch im Wachstum ist, können schwere Folgeschäden auftreten wenn man mit zu hohen Gewichten arbeitet.

  4.  Sporty Girl am 8. Februar 2010:

    @Tobias: Ja, es sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass das Training kindgerecht ist ;-)

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